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2026-07-10

Kostenvoranschlag prüfen in München: Preisniveau, Fristen, Anlaufstellen

Ob ein Angebot fair ist, hängt vom Ort ab – ohne Preisvereinbarung schulden Sie nach § 632 BGB die ortsübliche Vergütung, und die liegt in München weit über dem Bundesschnitt.

Das Preisniveau

München hat eines der höchsten Handwerker-Preisniveaus in Deutschland: hohe Gewerbemieten, lange Anfahrtszeiten durch den Verkehr, angespannte Auftragslage. Ein Stundensatz, der andernorts auffällig wäre, ist hier normal.

Orientierung: Stundenverrechnungssätze in München

Netto, Gesellenstunde, für reguläre Werktagseinsätze:

  • Sanitär/Heizung/Klima: ca. 75–95 €
  • Elektro: ca. 70–90 €
  • Maler/Lackierer: ca. 55–70 €
  • Fliesenleger: ca. 60–85 €
  • Zimmerer/Dach: ca. 65–90 €

Meisterstunden liegen 10–30 € darüber. Dazu kommen 19 % Umsatzsteuer. Das sind Orientierungswerte, kein Urteil – ein einzelner Spezialbetrieb kann begründet darüber liegen.

Was in München besonders zählt

Auftragslage = Verhandlungsspielraum. Wenn ein Betrieb erst in fünf Monaten anfangen kann, ist über den Preis wenig zu machen – über den Leistungsumfang dagegen schon. Bestehen Sie darauf, dass Entsorgung, Nebenarbeiten und Anschlussarbeiten im Angebot stehen, statt über den m²-Preis zu feilschen.

Anfahrt. Bei Betrieben aus dem Umland kann die Anfahrt spürbar ins Gewicht fallen. Prüfen Sie, ob sie pauschal oder je Anfahrt berechnet wird – bei mehrtägigen Baustellen macht das einen erheblichen Unterschied.

Altbau. Ein großer Teil des Münchner Wohnungsbestands ist Vorkriegs- oder Nachkriegsbestand. Erschwerniszuschläge für Altbau und Regiepositionen für „unvorhergesehene Bausubstanz" sind hier üblich – und gehören gedeckelt.

Enge Zufahrten und fehlende Stellplätze. In der Innenstadt ist die Halteverbotszone für Container und Anlieferung ein echter Posten. Klären Sie, wer sie beantragt und bezahlt.

Ihre Anlaufstellen vor Ort

  • Handwerkskammer für München und Oberbayern – hier lässt sich kostenlos prüfen, ob ein Betrieb in die Handwerksrolle eingetragen ist. Bei zulassungspflichtigen Gewerken (Elektro, Sanitär/Heizung, Zimmerer, Dachdecker) ist das eine sinnvolle Routineprüfung.
  • Verbraucherzentrale Bayern – Beratung zu Verträgen und Angeboten, auch zu Klauseln, die Sie nicht einordnen können.
  • Ihr örtlicher Netzbetreiber – bei Arbeiten an Strom-, Gas- oder Wasseranschluss ist die Eintragung im Installateurverzeichnis Pflicht (§ 13 NAV). Die Auskunft ist kostenlos.
  • Bezirksinspektion / Kreisverwaltungsreferat – für Halteverbotszonen und Sondernutzung öffentlicher Flächen.

Was Sie unabhängig vom Ort prüfen

  1. Kostenvoranschlag oder verbindliches Angebot? Siehe Wie viel Abweichung ist erlaubt?
  2. Einheits- oder Pauschalpreis? Siehe Der Unterschied
  3. Was ist als „bauseits" markiert? Siehe Bauseits
  4. Verbindlicher Ausführungstermin – ohne ihn kein Verzug
  5. Lohnanteil getrennt ausgewiesen? Siehe § 35a EStG

Angebot prüfen lassen

Der Angebots-Check ordnet den Stundensatz in das Band Ihres Gewerks ein und prüft 33 Punkte – bevor Sie unterschreiben. Vorschau kostenlos.

Eigenes Angebot vorliegen?

Laden Sie es hoch – die Vorprüfung ist kostenlos und dauert 2 Minuten. Solange Sie noch nicht beauftragt haben, lässt sich alles ändern.

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