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2026-07-27

Einheitspreis oder Pauschalpreis: Der Unterschied, der Tausende kostet

Zwei Angebote, beide enden bei 9.200 € – und trotzdem haben Sie mit dem einen ein festes Budget und mit dem anderen eine Schätzung. Der Unterschied steht in den Positionszeilen.

Woran Sie den Typ erkennen

Einheitspreise sehen so aus:

Fliesen verlegen        18,00 m²   à 68,00 €     1.224,00 €
Estrich ausgleichen     18,00 m²   à 14,50 €       261,00 €

Merkmal: Menge × Einheitspreis. Einheiten sind m², lfm, Stück, Stunden.

Pauschalpreis sieht so aus:

Bad komplett fliesen, ca. 18 m², pauschal        1.224,00 €

Merkmal: eine Summe für einen definierten Leistungsumfang, ohne Mengenrechnung.

Was das praktisch bedeutet

Beim Einheitspreis ist die Menge im Angebot eine Vorabschätzung. Abgerechnet wird nach dem tatsächlichen Aufmaß nach Ausführung. Werden statt 18 m² am Ende 22 m² verlegt, zahlen Sie 22 × 68 € = 1.496 € statt 1.224 €. Niemand hat etwas falsch gemacht, niemand muss Sie vorher warnen – es war schlicht mehr Fläche.

Beim Pauschalpreis trägt der Betrieb das Mengenrisiko für den vereinbarten Umfang. Werden es 22 m², bleibt es beim vereinbarten Preis. Dafür kalkuliert der Betrieb einen Sicherheitszuschlag ein – Pauschalangebote sind deshalb bei gleichem Umfang oft etwas teurer.

Warum Laien das fast immer übersehen

Weil beide Angebote unten dieselbe Zahl zeigen. Die Endsumme im Einheitspreis-Angebot ist aber nur eine Hochrechnung, keine Zusage. Genau deshalb hilft die bekannte 15–20-Prozent-Faustregel hier nicht weiter – siehe Kostenvoranschlag: Wie viel Abweichung ist erlaubt?.

Häufig sind Angebote außerdem gemischt: Hauptleistung pauschal, Nebenarbeiten nach Aufwand. Dann liegt das gesamte Risiko in den kleinen Zeilen – siehe Regiestunden im Angebot.

Was besser ist – kommt darauf an

Pauschalpreis ist meist besser, wenn der Umfang klar ist: ein Bad, ein Raum, ein definierter Fenstertausch. Sie kaufen Planungssicherheit.

Einheitspreise sind sinnvoll, wenn der Umfang wirklich offen ist: Sanierung im Altbau, Erdarbeiten, unbekannter Untergrund. Hier wäre ein Pauschalpreis nur mit einem hohen Risikoaufschlag zu haben, den Sie mitbezahlen.

Entscheidend ist, dass Sie wissen, welchen Typ Sie kaufen.

Was Sie vor der Beauftragung klären

  1. Aufmaß-Regel festlegen. Wer misst, wann, und dürfen Sie dabei sein? Nach welchen Regeln wird gemessen (z. B. Abzug von Öffnungen)?
  2. Obergrenze vereinbaren. „Die Gesamtsumme wird ohne vorherige schriftliche Abstimmung nicht überschritten."
  3. Mengenmehrung anzeigen lassen. „Bitte informieren Sie mich, sobald absehbar ist, dass eine Menge um mehr als 10 % überschritten wird – vor der Ausführung."
  4. Beim Pauschalpreis: Umfang genau beschreiben lassen. Ein Pauschalpreis ist nur so gut wie die Leistungsbeschreibung dahinter. Was nicht beschrieben ist, ist nicht enthalten.

Der Satz für Ihre E-Mail

„Bitte bestätigen Sie mir, ob es sich um Einheitspreise mit Abrechnung nach Aufmaß oder um einen Pauschalpreis handelt. Bei Einheitspreisen bitte ich um eine schriftliche Information, sobald absehbar ist, dass eine Menge um mehr als 10 % überschritten wird."

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