2026-07-20
Kostenvoranschlag Badsanierung prüfen: Die 7 Lücken, die am meisten kosten
Die Badsanierung ist das Vorhaben mit dem größten Abstand zwischen Angebotssumme und Endrechnung. Nicht, weil getrickst wird – sondern weil ein Bad vier Gewerke gleichzeitig berührt und jedes Angebot irgendwo eine Grenze zieht.
Warum ausgerechnet das Bad
Ein Bad heißt: Sanitär, Fliesen, Elektro, Trockenbau, oft Maler. Jeder Betrieb kalkuliert sein Gewerk – und markiert den Rest als „bauseits". Wenn Sie drei Angebote von drei Fachbetrieben haben, liegen die Nahtstellen zwischen ihnen im Niemandsland. Genau dort entstehen die Nachträge.
Die sieben Lücken
1. Demontage und Entsorgung des Altbads. Wanne, WC, Waschtisch, Altfliesen, Estrich. Realistisch 300–2.500 €, je nach Größe und Zugang. Steht das nicht ausdrücklich im Angebot, ist es nicht enthalten.
2. Wanddurchbrüche, Kernbohrungen, Schlitze. Neue Leitungsführung heißt neue Schlitze. Und: Wer verschließt sie wieder? Das ist oft ein anderes Gewerk als das, das sie geschlagen hat.
3. Verputzen und Malerarbeiten danach. Klassiker. Der Sanitärbetrieb schlitzt, der Fliesenleger fliest nur bis zur Fliesenkante – der Rest der Wand bleibt roh.
4. Abdichtung nach Norm. Die Verbundabdichtung im Nassbereich ist keine Kür. Prüfen Sie, ob sie als eigene Position auftaucht. Fehlt sie im Angebot, fehlt sie möglicherweise auch an der Wand – und das merken Sie erst Jahre später.
5. Untergrundvorbereitung. Ausgleichsspachtelung, Grundierung, Estrichreparatur. Bei Altbauten selten null.
6. Fabrikat und Typ der Sanitärobjekte. „Waschtischarmatur" ist keine Angabe. Ohne Modellbezeichnung können Sie weder den Preis prüfen noch zwei Angebote vergleichen – und der Betrieb kann günstiger einkaufen als kalkuliert.
7. Verschnitt und Verlegemuster bei Fliesen. Großformat und Diagonalverlegung erzeugen deutlich mehr Verschnitt. Ist der Zuschlag einkalkuliert oder wird nach Aufmaß nachberechnet?
Dazu kommen Container, Bauwasser, Baustrom, Möbelschutz und Endreinigung – siehe Was „bauseits" bedeutet.
Preisrahmen zur Einordnung
Stundenverrechnungssätze (netto, Gesellenstunde, regional abweichend):
- Sanitär/Heizung/Klima: ca. 60–95 €
- Fliesenleger: ca. 50–80 €
Meisterstunden liegen darüber. Diese Bänder sind Orientierung, kein Urteil – im Ballungsraum liegen die Sätze am oberen Rand, teils darüber.
Der wichtigste Satz für Ihre Steuer
Ein Bad hat einen hohen Arbeitskostenanteil. Lassen Sie den Lohnanteil getrennt ausweisen – 20 % davon sind nach § 35a EStG absetzbar, bis 1.200 € im Jahr. Bei einer Badsanierung ist der Höchstbetrag realistisch erreichbar. Details: Lohnanteil nicht ausgewiesen.
Ihre Rückfrage in einer E-Mail
„Bitte bestätigen Sie mir schriftlich, ob Demontage und Entsorgung der Altobjekte, Wanddurchbrüche und Schlitze samt Verschließen, die Verbundabdichtung im Nassbereich sowie Container und Endreinigung im angebotenen Preis enthalten sind. Falls nicht, bieten Sie mir diese Leistungen bitte einzeln mit an. Zusätzlich bitte ich um Angabe von Fabrikat und Typ der Sanitärobjekte sowie um getrennten Ausweis der Arbeitskosten in der Rechnung."
Angebot prüfen lassen
Der Angebots-Check arbeitet 33 Prüfpunkte ab – speziell für Sanitär/Heizung mit den für dieses Gewerk typischen Lücken. Vorschau kostenlos.
Eigenes Angebot vorliegen?
Laden Sie es hoch – die Vorprüfung ist kostenlos und dauert 2 Minuten. Solange Sie noch nicht beauftragt haben, lässt sich alles ändern.
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