2026-06-22
Materialkosten auf der Handwerkerrechnung: Welcher Aufschlag ist normal?
Der Duschkopf kostet online 45 €, auf der Rechnung stehen 78. Das ist noch keine Abzocke. Materialaufschläge sind kalkulatorisch notwendig – aber zwischen üblich und dreist liegt eine erkennbare Grenze.
Warum der Aufschlag berechtigt ist
Der Betrieb beschafft, lagert und transportiert das Material, haftet für die richtige Auswahl und gibt Gewährleistung auf Material und Einbau als Ganzes. Fällt das Teil aus, ist das sein Problem, nicht Ihres.
Dieser Service steckt im Aufschlag. Üblich sind je nach Gewerk und Artikel 10 bis 30 % auf den üblichen Endkundenpreis.
Wo es kippt
- Standardartikel zum doppelten Marktpreis oder mehr
- „Kleinmaterial pauschal" über 5–10 % der Rechnungssumme – oder pauschal und zusätzlich einzeln berechnete Schrauben und Dichtungen
- Unplausible Mengen: 12 Meter Rohr für einen Siphontausch, drei Kartuschen Silikon für eine Duschfuge
- Entsorgungspauschale, ohne dass etwas entsorgt wurde
- Positionen für Material, das erkennbar nie verbaut wurde
Material selbst stellen?
Verlockend, aber mit Haken: Stellt der Kunde das Material, entfällt die Gewährleistung des Betriebs dafür. Bei einem Defekt streiten Hersteller, Händler und Betrieb über die Zuständigkeit, und Sie stehen dazwischen.
Sinnvoll ist Eigenbeschaffung vor allem bei hochpreisigen Geschmacksartikeln – Armaturen, Fliesen, Leuchten –, wo der Aufschlag richtig Geld ausmacht. Sprechen Sie es vorher ab.
In drei Schritten prüfen
- Ist der Artikel identifizierbar? Auf einer ordentlichen Rechnung stehen Produktbezeichnungen, nicht „Material div."
- Stichprobe vergleichen. Zwei, drei Positionen mit Marktpreisen abgleichen. Liegt alles 50 % darüber, lohnt die Nachfrage.
- Mengen gegen die Realität halten. Was wurde tatsächlich verbaut?
Bei überzogenen Positionen: konkret benennen, die marktübliche Spanne nennen, um Korrektur bitten – und den unstrittigen Rest fristgerecht zahlen.
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Laden Sie sie hoch – die Vorprüfung ist kostenlos und dauert 2 Minuten.
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